Ältere Zielgruppen stellen noch erhebliches Potential für Werbetreibende und Dienstleister dar, doch die Ansprache muss stimmen.
Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, sollte man meinen…
Knapp die Hälfte der über 50-jährigen sind laut der Studie (N)onliner Atlas 2009 im Internet unterwegs.
Dies sind zwar nur knapp nur halb so viele wie bei den jüngeren Zielgruppen, aber:
- sie sind meist gebildeter, und was noch viel entscheidender ist…
- …sie verfügen in der Regel über ein wesentlich höheres Einkommen
Bereits heute liegt der Anteil der Personen über 50-Jahre an der Bevölkerung bei 34 Prozent. Und: 48 Prozent des verfügbaren Einkommens befindet sich in ihren Händen. Ihr Lebensstil ist bekanntermassen aktiv, sie sind konsumfreudig sowie markenbewusst. Eigentlich eine attraktive Zielgruppe. Doch: Wie in der Offline-Werbewelt wird die Generation 50plus (auch als Silversurfer oder Best Ager bezeichnet) auch im Internet vernachlässigt.
Langsam kommt nun jedoch Bewegung ins Spiel. Die Zielgruppe wird immer besser erfasst. Die 50plus-Generation nutzen das Internet zielgerichtet und sie sind wesentlich deutlicher selektierbar als Jüngere. Zur Erinnerung: Das Internet wurde ab 1995 von der “elitären Bevölkerungsschicht” wahrgenommen. Diese Schicht war dazumal ca. 35 Jahre alt – sprich, Studium abgeschlossen, einen etablierten und gut dotierten Kaderjob in einem Unternehmen etc. Heute sind diese Damen und Herren 50 Jahre oder älter…
Ein entscheidener Unterschied der 50plus-Generation zu den heutigen 20-30 Jährigen ist die Nutzung des Internets. Die bevorzugte Webaktivitäten der Älteren sind:
- allgemeine Informationen suchen (wir googlen um die Wette…)
- mailen
- Reise- und Ferienangebote einholen
- Flug- und Fahrpläne abrufen und…
- shoppen
Dagegen sind Kommunikationsformen wie Facebook, Twitter und Co. eher fremd und werden von der 50plus-Generation eher selten oder weniger genutzt. Der Grund ist die Neuartigkeit der Kommunikation (evt. zuviel Transparenz?) und der nicht unmittelbar erschliesbarer Nutzen.
Und jetzt? Wie spreche ich die 50plus-Generation auf dem Online-Kanal an?
Mir scheint diese Fragestellung mittlerweile etwas überholt (ich gehe ja selbst gegen die 40…) bzw. die Antworten treffen wohl auf alle Generationen gleichermassen zu:
- Das Thema der Community muss auf den ersten Blick klar ersichtlich sein
- Der Mehrwert für die User muss klar deklariert sein
- Das Ziel der Community muss definiert und verständlich sein
- Die Sprache muss einfach und nachvollziehbar sein
- Die bestehende Gemeinschaft muss transparent sein
Im Grundsatz hat sich in den Bedürfnissen ja nichts verändert. Die 4, 5 oder 7 P’s im Marketing (je nach Schule und Fachrichtung…) bleiben im Grundsatz eh immer dieselben:
- Kunden wahrnehmen
- Kundenbedürfnisse verstehen
- Kundenbedürfnisse befriedigen
- Kunden überraschen und verblüffen
- Kunden binden
- Kunden integrieren
Goldene Regeln für reife Märkte
- Der Informationsgehalt muss in allen Werbeformen im Vordergrund stehen
- Verständlichkeit bei Wortwahl und und Layout
- Authenzitität bei der Darstellung des Produkts oder der Dienstleistung
- Klare Nutzenorientierung
- Persönliche Ansprache mit starkem Identifikatiswert
- Integrität und Ehrlichkeit in der Botschaft und gegenüber den Kunden
Studie zur Internetnutzung im Alter der Universität Zürich
Gründe der (Nicht-)Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien durch Menschen ab 65 Jahren in der Schweiz. Eine Studie des Zentrums für Gerontologie im Auftrag von Pro Senectute Schweiz, in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) und dem Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich.
> Internet-Nutzung im Alter (PDF; 5.63MB)
Links zu “Senioren-Plattformen”
- www.seniorweb.ch
- www.plustreff.ch
- www.senioren.ch
- www.seniorenportal.ch
- www.50plus-treff.ch
- www.fifty-plus.ch
